„Sternenkinder“-Eltern mit Grabgestaltung unzufrieden
Von PHILIPP LING
Bad Hersfeld. Seit rund zwei Jahren gibt es auf dem Bad Hersfelder Friedhof das Sternenkinder-Gräberfeld für Fehl- und Totgeburten, die nicht unter die Bestattungspflicht fallen. Doch mehrmals kam es nun zu Beschwerden über den Zustand des Gräberfeldes. Ein betroffenes Elternpaar, das anonym bleiben möchte, berichtet, nach der Bestattung sei die Grabstelle einfach lieblos zugeschüttet worden. Auch die Dekoration mit den hölzernen Engelsfiguren und dem kargen Steinfeld stoßen auf Befremden: „Wir können nicht verstehen, warum die Stadt Geld ausgibt für eine völlig lieblose Dekoration dieses Feldes, aber es nicht hinbekommt, ein Grab ordentlich zu hinterlassen.“ Auch Martina Radetzki von der Selbsthilfegruppe „Sternenkinder“ mahnt Verbesserungen an. Zudem sei das Sternenkinder-Gräberfeld unzureichend ausgewiesen.
Bauamtsleiter Johannes van Horrick hingegen sieht keinen Grund zur Beanstandung. Dass der Aushub zur Verdichtung eine zeitlang auf dem Grab verbleibt, sei normal. Da das Feld als anonymes Gräberfeld konzipiert ist, werden die Grabstellen anschließend wieder eingesät, eine Bepflanzung oder Blumendekoration an den Grabstellen ist nicht vorgesehen. Erinnerungsstücke können bei den Holzstelen abgelegt werden, wo sie auch der Verwitterung überlassen werden dürfen. Dies sei jedoch nicht als Anzeichen der Verwahrlosung zu werten.
Obwohl die Gräber nicht gekennzeichnet werden sollen, legen die betroffenen Eltern dort Blumen und Geschenke ab.Der aktuelle Zustand entspreche vielmehr genau dem Konzept des beauftragten Künstlers. Ein karger Eindruck ist durchaus beabsichtigt, symbolisiert doch das Steinfeld, das den Weg unterbricht, eine Wüste – ein steiniger Wegabschnitt, den der Trauernde durchqueren muss. Der Basalt-Monolith in der Mitte erinnert an einen Opferaltar, auf dem symbolisch die Trauer geopfert wird. „Die Gedanken des Künstlers sind durchaus einleuchtend, aber man muss sich ein wenig damit befassen“, fasst van Horrick zusammen.
Man wolle jedoch auch auf die Befindlichkeiten der Eltern, die hier einen Ort zum Trauern suchen, Rücksicht nehmen. So lassen die Friedhofsgärtner selbstverständlich die ‘unerlaubten’ Blumengaben stehen, bis sie verwelkt sind. Man müsse aber auch bedenken, dass es sich hierbei um ein freiwilliges Angebot der Stadt handelt, das für die Betroffenen kostenlos zur Verfügung steht. Deshalb habe man bewusst eine Konzeption mit niedrigem Pflegeaufwand gewählt. Er versichert aber, man gehe den Beschwerden nach und sei auch für Verbesserungsvorschläge offen. „Wir wollen nicht, dass das Gräberfeld zum Zankapfel wird
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